Östliches Brandenburg am 19. Oktober 2003

Taufengel in der Kirche der Kompturei Lietzen

Verein der 
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in
konnten wir die restaurierte Schloßkirche sehen mit dem prachtvollen Grabdenkmal für Friedrich Wilhelm Schütze, Hofbankier Friedrichs des Großen, von Johann Gottfried Schadow.

Bauinschrift an der Ostseite der Schloßkirche in Schöneiche b. Berlin
Rekonstruktion der Inschrift G.Z.

DEM EWIGEN GOTT
DERO NÄCHSTEN SONDERLICH DER HIESIGEN GEMEINE
ZUM BESTEN
IST
DIESES BETHAUS
ANNO 1725
von der damahligen
GERICHTS=HERRSCHAFT
und
KIRCHEN=PATRON
aus dem ziemlich verfallenen Zustande
WIEDER AUFGERICHTET
nach Anwachs der Zuhörer
ERWEITERT
zur Erweckung guter Andacht
EINGERICHTET
und
nachdem auch diese Kirche mit dem von Grund
auf erbaueten Thurm und Kirchenmauer
GEZIERET
In demselben Jahre am Tage
MICHAELIS
von neuem gewöhnlicher maßen
EINGEWEIHET
worden
----------
MICHAELIS = 29. September

Foto: Dr.Gerd-H. Zuchold

 

 

Unterschrift zu Blatt XIV/1

1798. Das Denkmal des Bankiers Schütze, errichtet in der Kirche zu Schöneiche, von welchem Orte derselbe Gutsherr war, solches durch den Bau eines Landhauses verschönerte und durch vielen neuen Anbau und Pflanzungen zu einem der angenehmsten Landorte um Berlin erhob.
Die Figur ist durch den Anker als die Hoffnung bezeichnet; am Fußgestelle sind in halb erhabener Arbeit zu sehen die Embleme des Ackerbaues und der Viehzucht. Der Text hierüber enthält mehrere historische Data.

[Quelle siehe: Schadow über Schütze]

>>> Text Schadow über Schütze

Inschrift auf dem Denkmal:
FRIEDRICH WILHELM SCHÜTZE
GEB. DEN IX. JULI MDCCVII
GEST. DEN II. DEC. MDCCLXXXIV
KOENIGL. GEH. KOMMERZIEN RATH U. BANQUIER
GUTER HAUSVATER, REDLICHER GESCHÄFTSMANN
STÜTZE DER DÜRFTIGEN
IHM DANKT DIESES DORF ANMUTH U WOHLSTAND
IHN EHREN DANKBARE NACHKOMMEN

Schloß Schöneiche
brannte aus ungeklärter Ursache 1948 ab, und danach wurden die Ruinen abgerissen.
Verblieben sind: die traurigen Reste der
Orangerie

Konvenienzgeschichte

Details zur Geschichte

<<<

Nicht immer ist es dem Verein möglich, eine Exkursion in die Gegend zu unternehmen, aus der Das Objekt kommt, für dessen Restaurierung wir um Spenden bitten.

Diesmal geht es
- sogar problemlos.

Das Kleid, für dessen resaturierung wir in diesem Jahr sammelten, wurde in
Schloß Schöneiche bei Berlin getragen.

Wie sah es in der Zeit und in der Gegend aus, als dieses Kleid getragen wurde?

 

Von Schöneiche aus fuhren wir nach Steinhöfel, wo wir einen kurzen Rundgang durch den Park unternahmen und das prachtvoll restaurierte Schloß ansehen konnten, an dem ein Jahrhundert Baugeschichte in Preußen abzulesen ist.

Bibliothekspavillon im Park
Sphingen mit Putten
rechts und links des Eingangstores
Der Ort gehörte vom 14. Jahrhundert an bis zum Jahre 1774 der Familie von Wulffen. In der Dorfkirche finden sich eine Reihe vorzüglicher wappengeschmückter Epitaphien dieser Familie; auch die Kanzel, der Altar wie auch die Taufe sind von ihr gestiftet. In der Regel hatte der Gutsbesitzer das Patronat über die Kirche inne, d.h. er war für den Erhalt, die Ausstattung und die Bezahlung des Pfarrers zuständig.
Die Familie von Wulffen stammt ursprünglich aus dem Bayerischen, hat sich dann aber rasch in den deutschen Kolonisationsgebieten östlich der Elbe ausgebreitet.
1788 erwarb der preußische Staatsminister Joachim Graf von Blumenthal das Anwesen. Dessen Tochter Charlotte (1766 - 1835) heiratete

Parkseite des Schlosses


Aquatintablatt nach Aquarellen von Friedrich Gilly

aus:
Ernst Badstübner: Brandenburg, Zwischen Elbe und Oder - Kunst und Geschichte des norddeutschen Binnenlandes,
DuMont Buchverlag Köln, 1993

1788 Valentin von Massow (1752 - 1817), Königlich Preußischer Obermarschall und Intendant Königlichen Schlösser und Gärten.
Er ließ ein neues Herrenhaus bauen und verpflichtete dafür keinen geringeren als David Gilly, der zwischen 1790 und 1795 ein neues Herrenhaus erbaute.
Gilly schuf auch die in Form eines antiken Tempels erbaute Bibliothek.
Unter ihr findet man den Keller des alten, von der Familie von Wulffen erbauten Herrenhauses, ein wohlfundiertes Tonnengewölbe, das keiner der Forscher bisher beachtete. Es wurde im Dreißigjährigen Krieg arg

zerstört. Da die Familie von Wullffen im relativ nahe gelegenen Madlitz ein unzerstörtes Haus zum Leben zur Verfügung hatte, bestand kaum Interesse daran, das Haus in Steinhöfel wieder aufzubauen.
Um 1840 wurde das von Gilly erbaute Haus um ein Stockwerk erhöht und die von Zinnen bekrönten Turmaufsätze angebracht. Bauherr war der Staatsminister Ludwig von Massow (1794 - 1859).
1880 ließ dessen Sohn Anton von Massow (1831 - 1921), Königlich Preußischer General der Infanterie, den Mittelteil des Herrenhauses durch
Hinzufügung eines Balkons und mehrerer Kolossalpilaster neobarock umbauen.
Der heute noch großartige Park ist wohl ein Werk des Johann Gottfried Eyserbeck (1762 - 1801). Hier befinden sich zwei interessante Pferdegräber; der einst bestehende Hundefriedhof wurde leider eingeebnet.

G.Z.
 

Von Steinhöfel geht es nach Bärwinkel, wo uns der Berliner Architekt Frank Augustin eines der frühesten Bauwerke Schinkels erläutern wird, das Meier- und Molkehaus. Das Bauwerk "ist in programmatischer Rundbogen-Architektur gehalten. ...."

Goerd Peschken über Bärwinkel in: Ernst Badstübner, Uwe Albrecht (Hrsg), Backsteinarchitektur in Mitteleuropa

>>> kompletter Text


außen

" ... wir zweifeln nicht daran beim Anblick des Gebäudes selbst sofort der festen Uberzeugung Platz machen würde: dies ist von Schinkel und von niemand andrem. ..... Ich neige mich sogar der Ansicht zu, daß die Verwendung von Schlacke und Raseneisenstein .... allein schon als Beweis dafür dienen darf, daß der Bau von Schinkel herrühren muß. ... "

Theodor Fontane über Bärwinkel
in: Wanderungen durch die Mark Brandenburg
                          
>>> kompletter Text

innen

aus dem Flyer des
Fördervereins:
Lageplan Vorwerk Bärwinkel

 
Fotos: Dr.Gerd-H. Zuchold
Käseregale im Erdgeschoss
Holzrahmen des Rundfensters (Okulus) des Obergadens
freigelegte Decke
des Saales im Obergeschoss
mit massiver Stakung
freigelegtes Fachwerk im Obergeschoss
Bordüre aus dem spätesten
19. Jahrhundert
Den Schluß bildete der Besuch der Komturei Lietzen, eines Gutshofes, der dem Johanniterorden gehörte und 1814 von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen dem Staatskanzler Fürst Hardenberg geschenkt wurde.
Herrenhaus der Kompturei
Taufengel von 1730
mit Hand und
Fuß
 
Die bekannten Decken italienischer Stuckateure vom Ende des 17. Jahrhunderts     

Die Exkursion endete mit einem gemeinsamen Imbiß im Gasthaus Am Rehhage an der Kersdorfer Schleuse bei Briesen.

>>> Exkursionen

Diese Seite entstand mit der sehr freundlichen Unterstützung von Dr. Gerd-H. Zuchold (G.Z.), der mich mit dem umfangreichen Quellenmaterial versorgt und beraten hat.

Fotos, wenn nicht anders erwähnt:
Ute Scheer

>>> Museum 
Europäischer Kulturen 
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